Begegnungen mit Jesus – Tag 39

03.04.2021

Johannes 20,19-31

 

Johannes berichtet uns von zwei Begegnungen Jesu mit seinen Jüngern, die beide eine radikale Veränderung bewirken: Von Trauer zu Freude und von Zweifel zu Glaube. An beiden Abenden hatten die Jünger die Tür hinter sich verschlossen. Ihr Herr war hingerichtet worden, wer weiß, was die religiösen Führer ihnen antun würden. Selbst bei der zweiten Begegnung ist die Tür noch verschlossen, die Furcht war immer noch da. Aber Jesus tritt trotzdem in den Raum. Sein Körper scheint nach der Auferstehung anders gewesen zu sein. Man erkennt zwar die Narben, andererseits wird er aber nicht sofort erkannt (zum Beispiel von Maria im Garten) und er kann den Raum betreten, obwohl er verschlossen war. Etwas war anders, verherrlicht. An diesem Auferstehungskörper Jesu sehen wir einen kleinen Ausblick auf die neue Welt, die Gott schaffen möchte. Der „Himmel“ wird materiell sein, es wird eine gewisse Kontinuität geben mit dem, was uns jetzt umgibt. Und doch wird es anders sein und vollkommen verherrlicht. 

 

Die beiden Begegnungen mit Jesus bringen eine tiefgreifende Veränderung. Die Jünger, die zuvor vor Furcht wie gelähmt gewesen waren, werden von tiefer Freude erfüllt. Thomas war bei der ersten Begegnung nicht dabei. Er möchte handfeste, physische Belege, damit er glauben kann. Eine Haltung, mit der wir heute durchaus sympathisieren können. Jesus geht liebevoll auf seinen Zweifel ein. Er zeigt ihm, dass er Thomas Bitte Wort für Wort gehört hat und er geht so auf Thomas zu, dass dessen Zweifel schwinden und er anfängt zu glauben.

 

Aber obwohl sich ihre Furcht in Freude und ihr Zweifel in Glaube verwandelt hatte, waren die Jünger noch zögerlich. Sie trafen sich immer noch hinter verschlossenen Türen. Sie waren immer noch nicht in die Welt gegangen, obwohl Jesus sie gesandt hatte. So wie er von seinem Vater mitten in diese Welt gesandt war, sollten auch seine Jünger in die Welt gehen. In Liebe zu und Abhängigkeit von ihrem himmlischen Vater sollten sie davon erzählen, was sie in Jesus gefunden hatten. Aber noch waren sie nicht aufgebrochen, denn der, der sie befähigen, ermutigen und ihnen Kraft für diesen Auftrag geben würde, war noch nicht gekommen. Jesus haucht sie an und symbolisiert damit das, was kommen wird: Der Heilige Geist wird sie erfüllen – ihr Tröster, Helfer und Ermutiger. Mit seiner Hilfe würden sie die Kraft haben, der Welt zu erzählen, dass der Gekreuzigte der auferstandene Gott und Retter ist.

 

Reflexion und Gebet

Vielleicht schauen wir etwas neidisch auf die Begegnungen, die die Jünger mit dem auferstandenen Jesus hatten. Wenn wir das doch auch erlebt hätten. Dann würde auch unsere Trauer zu Freude und unser Zweifel zu Glaube werden. Aber Jesus sagt, wir haben alles, was wir brauchen. Er sagt: Glücklich ist, wer glaubt, ohne zu sehen. Wir haben die Worte von Johannes. Er sagt, dass er sein Evangelium genau dafür geschrieben hat, damit andere Glauben finden können. Und wir haben den Heiligen Geist, der uns hilft, Jesus zu verstehen und der uns Glauben gibt.

Lasst uns heute beten, dass Gott durch seinen Heiligen Geist an uns arbeitet, damit auch wir von Trauer zu Freude und von Zweifel zu Glauben kommen. Und dann wie Thomas sagen können: „Mein Herr und mein Gott.“