Begegnungen mit Jesus – Tag 34

29.03.2021

Johannes 18,12-27

 

Nachdem Jesus verhaftet worden war, waren alle seine Jünger geflohen. Nur Petrus und ein anderer Jünger wagten es, dem Zug der Soldaten zu folgen. Mit extremem Mut wagte sich Petrus bis in den Innenhof des hohepriesterlichen Palasts. Dort stand er mit den Soldaten am Feuer, auf die er kurz zuvor im Garten Gethsemane mit dem Schwert losgegangen war. Doch als der Druck für ihn zu groß wird, leugnete er dreimal, Jesus zu kennen oder ihm nachzufolgen.

 

Wie konnte das passieren? Wenige Stunden zuvor hatte er noch angekündigt, sein Leben für Jesus geben zu wollen. Er scheiterte, weil er sein Ansehen, seine Sicherheit und sein Leben mehr liebte als Jesus. Als er diese Dinge zu verlieren drohte, verleugnete er Jesus. Und wie ging Jesus damit um?

 

Johannes, der Autor dieses Textes, wechselt während der Geschichte einmal die Szene und schwenkt vom Innenhof in das Haus des Hohepriesters, in dem Jesus verhört wird. Während Petrus befragt wird, wird auch Jesus befragt. Aber während Petrus alles leugnet, um nicht für Jesus leiden zu müssen, leugnet Jesus nichts. Er nimmt das Unrecht dieses Verhörs und die Schläge auf sich, er erträgt das Leiden – für Petrus und alle anderen, die ihn verleugnen. Während wir sozusagen mit Petrus im Innenhof stehen und in Situationen, in denen es unangenehm wird, sagen: Ich kenne ihn nicht, steht Jesus im Haus und sagt: Ich nehme alles Unangenehme auf mich, um dich zu kennen!

 

Wir sehen hier schon im Ansatz, was Jesus einige Stunden später am Kreuz voll-kommen zeigen wird: Er nimmt alles Leiden, alles Unrecht, alle Benachteiligung, ja sogar den Tod auf sich. Für die, die ihn verraten und verleugnen. Für Petrus, die Jünger, und für uns. Er stirbt für uns, weil er uns trotz unseres Versagens so sehr liebt, dass er uns bei sich haben möchte.

 

 

Reflexion und Gebet

In welchen Situationen fällt es dir schwer, offen zu deinem Glauben zu stehen? Was liebst du in diesen Momenten mehr als Jesus? Lasst uns für jeden Blick, den wir auf unser Scheitern werfen, zehn Blicke auf Jesus werfen. Er liebt uns trotz unseres Versagens so sehr, dass er für uns stirbt. Er fängt mit uns neu an.