Begegnungen mit Jesus – Tag 33

28.03.2021

 

Johannes 18,1-11

 

Jesus weiß, dass der Zeitpunkt seiner Verhaftung und seines Leidens naht. Nachdem er seine Abschlussreden beendet hat, geht er mit seinen Jüngern nachts in den Garten Gethsemane. Er liegt außerhalb der Stadtmauern am Fuß des Ölbergs. Kurze Zeit später hören sie, wie sich viele Menschen nähern. Es sind römische Soldaten und Männer der Tempelwache, begleitet von Judas, einem der zwölf Jünger, der Jesus verraten wird.

 

Jesus geht auf sie zu und fragt, wen sie suchen. Auf ihre Antwort, „Jesus von Nazareth“ antwortet er denkbar kurz: „Ich bin es.“ Wörtlich steht hier nur „ICH BIN“. Das war der Name Gottes. Er lässt hier ganz kurz seine unglaubliche Macht aufblitzen. Jesus von Nazareth ist zugleich der Sohn Gottes, der Herrscher des Universums, der Schöpfer dieser Welt, der alle Macht in seinen Händen hält. Beim Klang dieses Namens weichen die Soldaten zurück und fallen zu Boden.

 

Doch dieser ICH BIN lässt sich ohne Gegenwehr festnehmen, nachdem er Petrus zurecht gewiesen hatte. Denn der mächtige Gott wird seine Macht nicht dazu verwenden, durch Gewalt und Herrlichkeit einen irdischen Thron zu besteigen. Nein, seine Herrschaft wird anders beginnen. Er wird „den bitteren Kelch trinken“. Dieser Kelch war ein Symbol für Gottes Zorn und sein gerechtes Urteil über all das Unrecht und die Zerbrochenheit dieser Welt, also das, was die Bibel „Sünde“ nennt. Wenn Gott gerecht ist, muss all dieses Unrecht, alle unsere Sünde, eine gerechte Strafe nach sich ziehen.

 

Aber damit wir Gottes unerträgliches Gericht nicht tragen müssen, tritt ein anderer an unsere Stelle und trägt es für uns. Der mächtige, herrliche und unendlich liebende ICH BIN. Er trinkt den Kelch für uns. Er, der mit einem Wort seines Mundes seine Feinde in die Flucht schlagen und sich aus dieser Lage befreien könnte, geht ohne Gegenwehr den Weg bis in den Tod. Damit wir seine Vergebung und Gnade finden können.

 

Reflexion und Gebet

Diese Geschichte fordert uns sehr heraus. Können wir glauben, dass unser Bruch mit Gott, unsere Sünde, so schwerwiegend ist, dass Jesus wirklich für uns ans Kreuz gehen musste? Wenn wir verstehen, dass Jesus alle Macht in seinen Händen hält und sich doch für uns erniedrigt hat, wie können wir darauf reagieren? Wir werden staunend vor ihm stehen und ihm folgen. Lasst uns Jesus heute danken, dass er unsere Schuld getragen und vergeben hat. Lasst uns ihn bitten, dass wir mehr verstehen, was er für uns auf sich genommen hat und seine Liebe tiefer verstehen.