Begegnungen mit Jesus – Tag 32

27.03.2021

Johannes 17,1-26

 

Dieses Gebet ist das längste, aufgeschriebene Gebet Jesu im Neuen Testament. Lasst uns bewusst machen, was hier geschieht. In nur wenigen Stunden wird Jesus qualvoll an ein Kreuz geschlagen werden und seine Seele ist zutiefst aufgewühlt angesichts des Leidens, das auf ihn wartet. Und selbst in diesem Moment wendet er den Blick von sich ab und betet für das Wohl seiner Nachfolger. Hier sehen wir wieder seine hingebende Liebe, die nicht den eigenen Vorteil sucht.

 

Jesus betet zunächst, dass Gott durch seinen Leidensweg seine Größe zeigt und verherrlicht wird. Dann betet Jesus für seine Jünger, die seinen Worten vertraut haben und ihm nachfolgen. Sie haben ihm geglaubt und gehören deshalb nicht mehr zu dieser Welt. Sie haben einen wahren König und ein wahres Zuhause gefunden, deshalb schlägt ihnen die Feindseligkeit dieser Welt entgegen. Als Jesus bei ihnen war, hat er sie bewahrt. Jetzt bittet er seinen Vater, sie zu beschützen, wenn sie mitten in dieser Welt von Jesus erzählen und ihm nachfolgen.

 

Im letzten Teil betet er für alle, die an ihn glauben werden. Das heißt, für alle Christen, für seine Gemeinde, für uns. Ist euch das bewusst? Wenige Stunden vor seinem Tod hat Jesus für euch gebetet. Für dich. Er betet, dass wir als Christen eine liebevolle Einheit werden, die ihr Vorbild in der Dreieinigkeit selbst hat. So wie Gott Vater, Sohn und Heiliger Geist unterschiedliche Personen, aber doch ein Gott sind, sollen wir eine Einheit sein. Wir sind eine Gemeinschaft aus ganz unterschiedlichen Menschen, aber doch sollen wir in unserem Glauben an das Evangelium, in unserer Liebe füreinander, in unserem Auftrag in unserer Stadt, in dem Einsatz und Dienst für andere eine liebevolle, enge Einheit bilden. Das wird den Menschen um uns herum zeigen, dass Jesus wirklich Gottes Sohn ist, weil er diese Einheit aus unterschiedlichen Menschen schaffen kann.

 

In dieser Einheit wird aber noch etwas Zweites sichtbar: Die Einheit verdeutlicht, dass Gott der Vater jeden von uns mit derselben Liebe liebt, mit der er seinen Sohn Jesus Christus liebt (Vers 23). Das ist unvorstellbar. Im Johannesevangelium hatte Jesus immer wieder seine enge Verbindung mit dem Vater und die ewige Liebe der Dreieinigkeit beschrieben. Und nun sagt er: Diese ewige, unergründliche Liebe gilt auch uns! Wir sind in die ewige Liebe der Dreieinigkeit mit hineingenommen.

 

Reflexion und Gebet

Ist dein Bild von Gottes Liebe für dich auch nur annähernd groß genug? Kannst du glauben, dass Gott der Vater dich mit dieser Liebe liebt? Wie würde es dein Leben verändern, wenn du das wirklich glauben könntest? Und wie würde es die Art prägen, in der du anderen Leuten im Hamburgprojekt begegnest? Lasst uns Gott heute für diese überwältigende Liebe danken und ihn bitten, dass er uns immer mehr zu einer Einheit macht, die unserer Stadt zeigt, wie Jesus ist.