Begegnungen mit Jesus – Tag 21

16.03.2021

Johannes 11,1-57 

In der unmittelbaren Nähe Jerusalems, das für Jesus inzwischen lebensgefährlich geworden war, lebte eine Familie, zu der Jesus eine sehr enge und liebevolle Beziehung hatte. Und dennoch wartet er zwei Tage, nachdem er gehört hatte, dass Lazarus schwer erkrankt war, bevor er zu ihnen geht. Es liegt nicht daran, dass er gezögert hat. Jesus wusste von Beginn an, was er tun wollte und handelt hier sehr bewusst.

Er macht sich auf den Weg nach Betanien, in die für ihn so gefährliche Gegend, weshalb Thomas auch kommentiert: „Lasst uns mit ihm gehen und sterben.“ Als er ankommt, gehen Lazarus Schwestern nacheinander zu ihm, beide bringen mit den gleichen Worten ihre Trauer und Enttäuschung zum Ausdruck: Jesus, wenn du nur hier gewesen wärst! Jesus geht liebevoll aber auch sehr unterschiedlich auf die zwei Schwestern ein, genauso, wie es jede von ihnen braucht. Mit Martha führt er ein theologisches Gespräch und zeigt ihr die Hoffnung der Auferstehung. Er ist die Auferstehung und das Leben. Er überwindet den Tod. Mit Maria dagegen weint er vor Schmerz über den Tod ihres Bruders. Ist das nicht erstaunlich? Warum weint Jesus, obwohl er genau weiß, dass er Lazarus auferwecken wird? Warum lässt er die Trauer und den Zorn und Schmerz über den Tod so an sich heran? Obwohl er weiß, was er tun wird? Weil er perfekt ist! Weil er selbst in der Vorausschau auf die Auferweckung voller Mitgefühl die Trauer und das Leid seiner Freunde teilt. Weil er selbst im Vorausblick auf seinen Sieg über den Tod voller Zorn und Schmerz darüber ist, dass der Tod diese Welt so tyrannisiert.

Aber um zu zeigen, dass er wirklich der ist, der das Leben gibt, ruft er Lazarus aus dem Grab heraus. Was für ein Moment! Viele Menschen beginnen, an Jesus zu glauben. Andere dagegen berichten es den jüdischen Führern in Jerusalem, die daraufhin endgültig seinen Tod beschließen. Jesus hatte genau gewusst, welche Folgen dieses Wunder haben würde. Und dennoch hat er es getan. Er gab sein eigenes Leben auf, um seinen Freund zu neuem Leben aufzuerwecken. Jesus war bereit, in das Grab zu gehen, damit sein Freund aus dem Grab kommen konnte. Wir sehen hier schon eine Vorausschau. Nur wenige Tage später wird er sich an ein Kreuz schlagen und in ein Grab legen lassen. Damit er uns aus unserem Grab heraus zu neuem Leben rufen kann.

 

Reflexion und Gebet

Lasst uns heute Jesus im Gebet danken, dass er uns die Hoff-nung auf ein Leben über den Tod hinaus schenkt. Lasst uns ihm danken, dass er den Tod auf sich genommen hat, damit wir leben können. 

Was für eine Liebe hat er für uns!