Begegnungen mit Jesus – Tag 20

15.03.2021

Johannes 10,22-42

Während des Festes der Tempelweihe – das heute „Hanukkah“ heißt – kamen einige Juden zu Jesus und forderten ihn auf, ihnen endlich zu sagen, ob er denn der Messias, der lang erwartete Retter sei. Sie fragen ihn allerdings nicht aus persönlichem Interesse, sondern um etwas zu hören, aufgrund dessen sie ihn anklagen konnten.

Jesus erklärt ihnen: Wenn sie wirklich an der Wahrheit interessiert wären, hätten sie schon längst eine Antwort auf diese Frage gefunden. Alle seine Taten und Wunder weisen eindeutig darauf hin, dass er der von Gott gesandte Retter ist. Aber Jesus geht noch weiter. Er beansprucht sogar noch mehr zu sein als der Retter. Er sagt „Der Vater und ich sind eins“ und, nachdem er sie durch ein theologisches Argument kurz verwirren konnte, schiebt er nach: „Der Vater ist in mir und ich bin im Vater.“

Jesus gibt uns hier einen kurzen Einblick in die Dreieinigkeit. Zum einen sind Jesus und der Vater eindeutig zwei handelnde Personen. Jesus sagt, der Vater hat ihn gesandt; er betet zum Vater; er ist vom Vater geliebt; der Vater hat die, die Jesus folgen in dessen Hand gegeben. Aber zum anderen sind Jesus und der Vater doch eins und „ineinander“. Genau das hatte uns auch der allererste Vers des Johannesevangeliums erklärt. Gott ist ein Gott, aber doch drei Personen (Gott Vater, Sohn und Heiliger Geist). Diese drei begegnen sich gegenseitig voller Liebe und Ehre und gleichzeitig sind sie doch eines Wesens.

Die Juden verstehen den Anspruch von Jesus sofort und versuchen nun schon zum dritten Mal im Johannesevangelium, ihn zu steinigen – als Strafe für Gotteslästerung. Jesus zieht sich aufgrund der wachsenden Feindseligkeit aus Jerusalem zurück. Es ist schon zu erahnen, dass das Volk in Jerusalem kurze Zeit später seine Hinrichtung fordern wird. Er kehrt an den Ort zurück, an dem mit seiner Taufe durch Johannes den Täufer sein öffentliches Wirken begann. Während die Lage in Jerusalem immer gefährlicher wird, haben die Hinweise von Johannes dem Täufer Frucht getragen. Die Leute erkennen, dass eingetroffen ist, was Johannes angekündigt hat und viele glauben an Jesus.

 

Reflexion und Gebet

Wir haben nun schon die Hälfte der 40 Tage hinter uns. Ein guter Moment, um noch einmal auf die Frage zu kommen, die sich durch das gesamte Evangelium zieht und die Johannes schon mit dem ersten Vers, aber auch mit dem Text heute aufwirft. Wer ist Jesus für dich? Welches Bild hast du von ihm? 

Wenn du dein Gottesbild neben Jesus hältst, entsprechen sich die Bilder? Falls nein, wo gibt es noch Spannungen? Er und der Vater sind eins. Wenn du Jesus siehst, siehst du, wer und wie Gott ist. Bete heute wieder dafür, dass du Gott immer besser kennenlernst.