Begegnungen mit Jesus – Tag 17

12.03.2021

Johannes 8, 22 - 59

Die Situation spitzt sich immer weiter zu, immer hitziger wird diskutiert, wer Jesus ist. Hier führt er ein Streitgespräch mit Juden, die zuerst eigentlich von seiner Lehre fasziniert waren, aber dann immer feindseliger wurden und schließlich sogar bereit sind, ihn zu töten. Was ist passiert?

Für die Juden spielte Abraham als ihr Stammvater eine ganz entscheidende Rolle. Ihre physische und ethnische Abstammung von Abraham war für sie ein eindeutiges Zeichen dafür, dass sie zu Gott gehörten. Jesus fordert das aber heraus und zeigt ihnen, dass ihre Abstammung keine Garantie dafür ist, dass sie Gott wirklich kennen. Er sagt ihnen eindeutig: Es reicht nicht, zu der richtigen Gruppe zu gehören. Als Jesus sie damit konfrontiert, antworten sie: Gott ist unser Vater! Unsere Geschichte, unsere Frömmigkeit, unsere Riten, unsere Kultur – all das zeigt doch, dass Gott unser Vater ist und wir zu ihm gehören. Aber Jesus verneint auch das. Es ist nicht entscheidend.

Das Einzige, was zählt und das zeigt, ob man Gott kennt, ist die Reaktion auf Jesus. Wer ihn liebt und seinen Worten glaubt, ist wirklich Gottes Kind. Die Reaktion auf ihn ist entscheidend, weil Jesus größer ist als Abraham. Als die Juden ihn daraufhin fragen: „Für wen hältst du dich eigentlich?“ antwortet er „Ehe Abraham war, bin ich.“ Dieses „Ich bin“ war der Name Gottes im Alten Testament. Jesus beansprucht hier, selbst Gott zu sein. Er hat die Frage so klar und so herausfordernd wie nur möglich beantwortet. Aber statt an ihn zu glauben, reagieren seine Gesprächspartner voller Hass und Wut. Diesen Anspruch konnten sie nicht akzeptieren.

 

Reflexion und Gebet

Was ist deine Sicht auf Jesus? Selbst wenn du schon lange Christ bist, siehst du ihn vor allem als Freund, Helfer, Retter und König? Oder siehst du ihn auch als den „Ich bin“ den ewigen und allmächtigen Gott? Hast du Jesus vor allem als Mensch vor Augen, oder siehst du ihn als wahren Mensch und wahren Gott?