Begegnungen mit Jesus – Tag 16

11.03.2021

Johannes 8,1-20

Johannes erzählt uns in diesem Abschnitt von zwei Begebenheiten, die uns zwei Dinge über Jesus zeigen, die wir im Johannesevangelium immer wieder finden: 

1) Jesus ist der, der uns Gottes Gnade bringt. 

2) Jesus ist der, der uns (durch diese Gnade) zu einem neuen Leben mit Gott bringt.

Wir befinden uns immer noch in der Woche des Laubhüttenfestes. Als Jesus im Tempel lehrt, wird eine Frau zu ihm gebracht, die beim Ehebruch ertappt worden war. Die religiösen Führer stellen Jesus durch ihre Frage eine Falle: Wenn er sich gegen die Anweisung des Gesetzes ausspricht und die Sünde der Frau nicht ver-urteilt, steht er im Widerspruch zum Alten Testament und verliert damit in den Augen der religiösen Bevölkerung seine Glaubwürdigkeit. Wenn er aber einer Steinigung zustimmt – die zu seiner Zeit unpopulär war und nur sehr selten durch-geführt würde – wäre seine Botschaft der Gnade und Vergebung unglaubwürdig. Eventuell könnte er zudem Ärger mit der römischen Besatzungsmacht bekommen. Aber Jesus dreht mit seiner Aussage die Herausforderung um. Er sagt „Wer von euch ohne Sünde ist, werfe den ersten Stein“. Seine Zuhörer verstehen: Wir sitzen alle im gleichen Boot. Wir sind alle in Gottes Augen sündig. Wir können nicht auf andere Sünder herabblicken. Der Einzige, der ohne Schuld ist und der das Recht hätte, den ersten Stein zu werfen, tat es nicht. Dieser Eine, Jesus Christus, sieht uns voller Gnade und Vergebung an. Weil er am Kreuz das Urteil über uns alle tragen wird und ihn am Kreuz bildlich gesprochen alle Steine der Verurteilung treffen würden. Jesus bringt uns, die wir alle schuldig sind, Gottes Gnade.

Als Zweites sehen wir, dass Jesus uns auch das „Licht des Lebens“ bringt. Jesus bezieht sich mit diesem Ausspruch erneut auf die Symbolik des Laubhüttenfests. Während des Festes gab es im Vorhof der Frauen (einem Teil der Tempelanlage) ein Lichtritual. Am Abend wurden vier große Lampen entzündet, es gab einen Tanz mit Fackeln und das Tempel-Orchester spielte. Von der Tempelanlage aus schien das Licht der großen Lampen in die ganze Stadt. Es symbolisierte, wie Gott das Volk nachts mit einer Feuersäule durch die Wüste geführt hatte. Er hatte sie auf dem Weg in ihr neues Zuhause – dem verheißenen Land – geführt und beschützt. Jesus stellt sich nun neben den Opferkästen im Vorhof der Frauen auf und ruft: Ich bin das Licht der Welt. Ich erhelle euer Dunkel. Ich bringe euch zu eurem wahren Zuhause bei Gott. Israels Erlebnisse in der Wüste und all die Symbolik des Festes deuteten auf Jesus hin: In ihm sind sie erfüllt.

 

Reflexion und Gebet

Was brauchst du gerade in deinem Leben besonders – die lebensverändernde Gnade Jesu oder sein wegweisendes Licht?

Bitte ihn, dass er mit seiner Gnade und seinem Licht in deinem Leben wirkt.