Begegnungen mit Jesus – Tag 11

06.03.2021

Johannes 5,31-47

 

Jesus führt ein Streitgespräch mit den religiösen Führern und die Frage steht im Raum: Wie kann Jesus es wagen zu behaupten, Gottes Sohn zu sein? Wenn er für diesen Anspruch nur seine eigenen Worte vorbringen kann, ist das nicht sehr glaubwürdig.

Aber Jesus führt zwei Zeugen für seinen Anspruch an. Zum einen Johannes den Täufer. Er hat den Menschen klar und eindeutig erklärt, wer Jesus ist. Aber Jesus hat noch einen größeren, bedeutenderen Zeugen für seinen Anspruch: Gott selbst. Jesus sagt, dass Gott sein Zeuge ist und dass die religiösen Führer dies in den Taten von Jesus sehen können. Die Wunder bestätigen seinen Anspruch, von Gott gesandt zu sein.

Und das ist noch nicht alles. Jesus sagt, dass Gott als „sein Zeuge gesprochen“ (Vers 37) hat durch die „Schrift“. Damit meint er das Alte Testament. Die religiösen Führer, mit denen er diskutiert, waren die Theologieprofessoren ihrer Zeit. Niemand kannte sich im Alten Testament und in theologischen Fragen besser aus als sie. Aber Jesus zeigt uns: Selbst mit dem umfangreichsten Bibelwissen und einem Kopf voller Theologie kann man verpassen, worum es wirklich geht. Das ganze Alte Testament spricht von ihm (Vers 39), aber die religiösen Führer sehen es nicht.

All die Geschichten des Alten Testaments von menschlicher Zerbrochenheit und Gottes rettendem Eingreifen, die Befreiung des Volkes Israel aus Ägypten, all die Symbole und Institutionen, die religiösen Feste, der alttestamentliche Ritus mit den Priestern und Opfern, der Tempel, ja die ganze Geschichte Israels – all das deutet uns auf den hin, der Gottes Rettung für unsere Zerbrochenheit bringt: auf Jesus Christus. Die Bibel ist eine große Geschichte, in deren Zentrum Jesus steht. Gott hatte über Jesus gesprochen und dadurch seinen Anspruch bestätigt. Aber die religiösen Führer hatten es nicht erkannt.

 

Reflexion und Gebet

Was ist eure Sicht von der Bibel? Seht ihr sie als eine Sammlung von manchmal auch schwierigen Geschichten? Oder als ein Buch voll Moral und hilfreicher Ethik? Wie lest ihr die Bibel? Lest ihr sie vor allem mit der Frage: Was soll ich tun, wie soll ich leben? 

 

Jesus gibt uns einen neuen Blick auf die Bibel. Sie spricht von ihm. Alles deutet auf seine erlösende und rettende Gnade hin. Lasst uns heute im Gebet Gott dafür danken, dass er uns in der Bibel Jesus zeigt und ihn gleichzeitig bitten, dass wir lernen, die Bibel immer mehr mit diesem Blick zu lesen und zu verstehen.