Begegnungen mit Jesus – Tag 09

04.03.2021

Johannes 4,43 - 54

 

Nach seinem Aufenthalt in Samarien zieht Jesus weiter nach Galiläa, dem nördlichen Teil Israels, in dem er aufgewachsen war. Als in Kana ein hoher Beamter zu ihm kommt und ihn bittet, seinen lebensbedrohlich erkrankten Sohn zu heilen, reagiert Jesus allerdings unerwartet scharf. Er wendet sich an das ganze Volk und sagt: „Wenn ihr nicht Wunder seht, glaubt ihr nicht (Vers 48)!“ Was war hier geschehen? Warum reagiert er so hart auf diese Bitte?

Das Volk in Galiläa hatte ihn freundlich aufgenommen. Aber nicht, weil sie glaubten, dass er der Messias und der Sohn Gottes sei. Sondern allein deshalb, weil sie gesehen hatten, dass Jesus in Jerusalem Wunder getan hatte (Kapitel 2,23). Ihre Begeisterung für Jesus basierte nur auf diesen Wundern, aber sie vertrauten ihm nicht als demjenigen, der ihnen ein Leben mit Gott bringen konnte. Was für ein Kontrast zu Samarien! Die bei den Juden verhassten Samariter hatten Jesus voller Freude aufgenommen. Sie hatten ihm geglaubt, dass er der Retter der Welt (4,42) ist. Aber sein eigenes Volk war skeptisch. Auch der Beamte kam nicht zu Jesus, weil er überzeugt war, dass dieser der Sohn Gottes ist, sondern weil er gehört hatte, dass Jesus Wunder tun konnte.

Was hier zuallererst geheilt werden musste, war der Glaube des Volkes! Denn hier war kein tiefes Vertrauen zu Jesus, sondern nur eine Faszination aufgrund von spektakulären Erlebnissen. Aber als der Mann Jesus anfleht, greift Jesus trotzdem barmherzig ein. Mit seinem zweiten Zeichen in Galiläa zeigt er, dass er ein König ist, der ein Reich schafft, in dem Krankheit, Trauer und Tod keinen Platz mehr haben. Der Beamte fängt an Jesus zu vertrauen und als er sieht, welche Kraft dessen Worte haben, beginnen er und seine ganze Familie an Jesus zu glauben.

 

Reflexion und Gebet

Was ist die Grundlage deines Glaubens an Jesus? Ist es ein echtes, tiefes Vertrauen oder meinst du, immer wieder spektakuläre geistliche Erfahrungen machen zu müssen, um glauben zu können? Der Beamte fing an, den Worten Jesu zu vertrauen, noch bevor er sehen konnte, wie sie sich erfüllten. Lasst uns heute neu anfangen, Jesus und seinen Worten zu vertrauen. Wenn er uns wirklich so sehr liebt, dass er sogar für uns ans Kreuz geht – wer wäre dann vertrauenswürdig, wenn nicht er?