Begegnungen mit Jesus – Tag 04

27.02.2021

Johannes 2,1 – 12

Jesus war mit seinen Jüngern auf einer Hochzeit in Kana eingeladen, auf der eine große Blamage für den Bräutigam drohte. Obwohl das Fest – das zur damaligen Zeit bis zu einer Woche dauern konnte – noch in vollem Gange war, ging der Wein aus. In der Kultur dieser Zeit hätte das einen unglaublichen Gesichtsverlust für den Bräutigam bedeutet. Jesus rettet die Situation, indem er mit einem Wunder ca. 600 Liter Wasser in Wein verwandelt. Die Qualität dieses Weins übersteigt alles, was die Gäste bisher auf dem Fest getrunken haben. Der Bräutigam steht nun nicht schlecht da, sondern erscheint sogar besonders großzügig.

Johannes erklärt uns am Ende des Abschnitts, dass dies das erste Wunder Jesu war. Er nennt es das „erste Zeichen“. Jesu Wunder sind nicht einfach nur simple Machtbeweise, eindrucksvolle Präsentationen seiner Herrlichkeit, damit die Leute an ihn glauben. Nein, Johannes nennt sie „Zeichen“. Sie deuten auf eine Realität hin, die nicht sofort zu erkennen ist. Im Alten Testament wird die kommende Herrschaft des Messias mit einem Festmahl mit besonderen Speisen und erlesenen Weinen verglichen. Diese Herrschaft beginnt nun mit Jesus.

Johannes erklärt uns, dass das Wasser in den großen Krügen für zeremonielle Waschungen gedacht war. Durch diese zeremoniellen Waschungen reinigten sich die Juden vor Gott. Juden mit besonders viel religiösem Eifer wandten sogar Zuhause die speziellen Waschungen an, die sonst nur die Priester im Tempel durchführen mussten. Dieses Wasser war ein Ausdruck von religiöser Leistung, von einem Glaubensleben, das auf der eigenen Performance und dem Streben nach Reinheit beruhte. Und Jesus verwandelt es in den besten Wein. Das, was er bringt, übersteigt alles, was zuvor gewesen ist. Jesus bringt ein Leben mit Gott, das nicht von der eigenen Leistung und Anstrengung gekennzeichnet ist, sondern von der Großzügigkeit und überfließenden Liebe Gottes. In diesem ersten Wunder sahen die Jünger Jesu Herrlichkeit und einen ersten Vorgeschmack auf Gottes Großzügigkeit. Eine Herrlichkeit und Gnade, die in Jesu Tod und Auferstehung im vollen Maße sichtbar werden würde.

 

Reflexion und Gebet

Erlebst du, dass das Leben mit Gott durch Jesus nicht von Leistung, Anstrengung und Druck geprägt ist, sondern von Gottes Großzügigkeit und Freude? Wann hast du dich das letzte Mal wirklich über das gefreut, was Jesus dir gegeben hat? Sag ihm heute im Gebet, wofür du dankbar ist.