Begegnungen mit Jesus – Tag 02

25.02.2021

Johannes 1,19-34

Johannes der Täufer ist uns bereits in der Einleitung begegnet, jetzt wendet sich das Evangelium ihm etwas ausführlicher zu. Johannes taufte im Fluss Jordan viele Menschen. Sie drückten damit ihren Wunsch aus, sich Gott wieder neu zuzuwenden. Diese Taufe erregte die Aufmerksamkeit der religiösen Führer des Volkes. Sie schickten daher eine Gesandtschaft zu Johannes um herauszufinden, wer er ist. Es ist faszinierend zu sehen, wie Johannes diese Frage benutzt, um uns zu erklären, wer Jesus ist.

Die Männer stellen Johannes drei Fragen nach seiner Identität. Seine Antworten werden dabei immer kürzer, bis er zuletzt nur noch mit „Nein“ antwortet. Johannes weiß genau, wer er ist und wer er nicht ist. Er macht sich nicht größer als er ist, er nimmt keine Ehre an, die ihm nicht zusteht. 

Obwohl Johannes in der Geschichte von Jesus einen ganz besonderen Platz einnimmt, zeigt er uns hier doch auch wozu jeder Christ berufen ist. Wir sollen Menschen nicht auf uns selbst hinweisen. Es geht nicht darum, zu zeigen, wie moralisch, fromm oder gut wir sind. Nein, unsere Aufgabe ist es, uns genau wie Johannes der Täufer nicht zu wichtig zu nehmen, sondern ein großes Hinweisschild auf Jesus zu sein. Als Johannes den Männern schließlich antwortet, erklärt er: Ich bin jemand, der auf einen anderen hinweist. Auf den, der der Sohn Gottes ist und das Lamm, das die Schuld der Welt trägt. 

Das Bild des Lammes war den Juden in der damaligen Zeit sehr vertraut. Ein geschlachtetes Lamm stand im Zentrum des Passahfests, das die Juden jedes Jahr an die größte Befreiung und Rettung erinnerte, die sie in der Geschichte ihres Volkes erfahren hatten. Johannes zeigt auf Jesus und sagt: Dieser Mann, der Sohn Gottes, wird eine noch größere Befreiung bringen. Eine Befreiung nicht nur für Israel, sondern für die ganze Welt.

 

Reflexion und Gebet

Wie wichtig nehmen wir uns selbst? Worauf deuten unser Leben, unsere Worte und unsere Handlungen hin? Auf uns selbst, oder auf den, der größer ist als wir und uns von Herzen liebt?