Begegnungen mit Jesus – Tag 01

24.02.2021

Johannes 1,1-18

Manchmal hilft ein Blick auf das Ende, um den Anfang besser zu verstehen. Johannes
erklärt uns am Ende seines Evangeliums, warum er diesen Bericht über Jesus
geschrieben hat. Er möchte uns zeigen, „dass Jesus der Messias ist, der Sohn Gottes, ... damit ihr durch den Glauben an ihn in seinem Namen das Leben habt (Joh 20,31).“
Johannes will uns Jesus vorstellen, weil er überzeugt ist, dass dieser Jesus unser Leben komplett verändern kann, ja, uns ein neues, erfülltes und ewiges Leben geben kann. Deshalb ist sein gesamtes Evangelium von der Frage durchzogen: Wer ist dieser Jesus? Was sagt er über sich selbst? Und wie gehen wir mit seinem Anspruch um? Die Frage, wer Jesus ist, prägt auch die Einleitung des Evangeliums, die wir gerade gelesen haben. Johannes stellt hier die Behauptung auf, dass Jesus nicht weniger ist als der ewige Sohn Gottes, der selbst Gott ist und uns zeigt, wie Gott wirklich ist. Er verwendet dafür zuerst das Bild des Wortes. Zwar sind die Worte einer Person nicht das gleiche wie sie selbst, aber doch ein Ausdruck ihres Wesens und Willens. So
erklärt uns Johannes, dass Jesus sich einerseits von Gott dem Vater unterscheidet, gleichzeitig aber doch in seinem Wesen eins mit Gott ist. Das Wort war bei Gott, aber das Wort war auch selbst Gott. Während die griechische Philosophie zur damaligen Zeit das Prinzip der kosmischen Ordnung als „Logos“ („Wort“) bezeichnete, zeigt uns Johannes hier, dass das, was diese Welt zusammenhält, durchdringt und entstehen hat lassen, keine unpersönliche Kraft ist, sondern ein persönlicher, liebevoller Gott, der sich uns zeigt – in Jesus Christus.

Dieser Gott „wohnte“ unter den Menschen (Vers 14), so dass Johannes und die anderen Jünger seine Herrlichkeit sehen konnten. Hier spielt Johannes auf das Alte Testament an. Im Alten Testament wohnte Gott bei seinem Volk in einem Heiligtum. Zuerst in einem Zelt, das das Volk Israel in der Wüste aufschlug und anschließend in einem Tempel in Jerusalem. Dort konnte das Volk Gottes Herrlichkeit sehen. Aber jetzt, sagt uns Johannes, sehen wir die Herrlichkeit Gottes in Jesus Christus.
Er ist derjenige, der uns Gott „offenbart“ (Vers 18).

In Jesus sehen wir die volle Herrlichkeit Gottes: Eine Herrlichkeit voller Wahrheit – er zeigt uns wie Gott ist. Und eine Herrlichkeit voller Gnade – er zeigt uns, wie Gott mit uns umgeht. Johannes verliert zu Beginn seines Evangeliums keine Zeit, um uns Jesus vorzustellen. Er richtet unseren Blick auf Jesus und sagt: Hier seht ihr, wie Gott ist und wie er euch begegnen möchte.

 

Reflexion und Gebet

Wie siehst du Gott? Was hat dein Gottesbild besonders geprägt oder beeinflusst? Johannes sagt uns, dass Jesus der Maßstab für unser Gottesbild sein sollte. Er allein zeigt uns wie Gott ist. Lasst uns heute dafür beten, dass wir im Verlauf der 40 Tage Gott tiefer und besser kennenlernen und dass er uns mehr von seiner Gnade zeigt.