Kirche für die Stadt

Mission

Wir sind hier, um die Stadt Hamburg geistlich, sozial und kulturell zu gestalten.

Geistlich

Kirche, Gott und das Evangelium von Jesus Christus. Was hat das heute in Hamburg mit uns zu tun?

Kulturell

Arbeit, Arbeit, Arbeit. Dann noch Konzerte, Filme, Theater und Kunst. Was hat das mit dem Glauben zu tun?

Sozial

Wir lieben unsere Stadt und wollen mithelfen, sie zu einem schöneren und gerechteren Ort zu machen.

Update: Flüchtlinge auf St.Pauli

Update: Flüchtlinge auf St.Pauli

Jetzt sind die afrikanischen Flüchtlinge schon fast ein Jahr in Deutschland und haben ein Jahr voller Herausforderungen und Kämpfen hinter sich gebracht. Zunächst der Kampf gegen Kälte und Hunger. Den haben sie bewältigt! Dann der Kampf um das Bleiberecht. Auch wenn der Senat einen Abschiebeschutz während der Zeit der Prüfung der Einzelfälle eingeräumt hat, geht der Kampf hier weiter. Über 100 der 300 Lampedusa-Flüchtlinge halten sich aus Angst nach wie vor ohne gültige Papiere hier auf.

Auch der Kampf um die Container ist gewonnen. An der St. Pauli Kirche leben 24 Leute in 8 Containern, an der Christianskirche sind es 18 in sechs Containern und an der Iserbrooker Kirche noch mal 9 in 3 Containern. Ein Container hat 12 qm Platz. Man findet meist ein Doppelbett und ein Einzelbett sowie 3 Spinde und einen kleinen Tisch + 3 Stühlen darin. Als ich neulich in einem zu Besuch war, wurde mir sofort ein Stuhl gereicht. Während ich mit einem der Flüchtlinge im 1,5 qm Vorflur saß, lag ein anderer in seinem Bett und spielte auf seinem Handy, während ein dritter auf dem schmalen Gang zwischen den Betten seinen Teppich ausgerollt hatte und Richtung Mekka betete. Auf die Frage, ob ich vielleicht stören würde, sagten die anderen, dass das normal sei, man dürfe nur den Betenden nicht stören. Die sind echt entspannt.

Neben den Wohncontainern gibt es den Container mit sanitären Anlagen und - wenn nicht in der Kirche vorhanden - den Gemeinschaftscontainer zum Kochen, Zusammensitzen etc. Als Übergangslösung ist diese Wohnsituation erträglich.

Was allerdings schwer zu ertragen ist, ist die abgrundtiefe Langeweile. Im ersten Jahr der Duldung haben sie keine Arbeitserlaubnis. Durch die verschiedenen Standorte und das miese Wetter kommen auch nicht mehr so viele Unterstützer vorbei.

Viele von euch haben schon mit Sach-, Zeit- und Geldspenden geholfen. Vielen Dank dafür! Einer der Flüchtlinge sagte gestern, er verdanke den Unterstützern, dass er er selbst bleiben konnte. Das fand ich eine sehr schöne Aussage. Doch es wird immer noch Hilfe benötigt:

- Da die Unterhaltung der Container durch Spenden finanziert wird, ist Geld immer noch gefragt. (St. Pauli Kirche; KtNr: 1206 123 331; BLZ 200 505 50; Betreff: Afrikaner; IBAN: DE98200505501206123331; BIC: HASPDEHHXXX)

- Wer Mut und Zeit hat, sich mal mit ein paar Jungs zu treffen, um Sport, Kochen o.ä. zu unternehmen – das wär großartig. Einfach wahrgenommen zu werden und zu wissen, dass wer an sie denkt, tut unheimlich gut.

- Wer starke Jungs für den Umzug braucht, Wände zu streichen oder Gartenarbeiten o.ä. – Arbeit hilft den Männern sehr, mal auf andere Gedanken zu kommen.

Für Kontakt: julia.bri@web.de

Lieben Gruß, Julia