Kirche für die Stadt

Mission

Wir sind hier, um die Stadt Hamburg geistlich, sozial und kulturell zu gestalten.

Geistlich

Kirche, Gott und das Evangelium von Jesus Christus. Was hat das heute in Hamburg mit uns zu tun?

Kulturell

Arbeit, Arbeit, Arbeit. Dann noch Konzerte, Filme, Theater und Kunst. Was hat das mit dem Glauben zu tun?

Sozial

Wir lieben unsere Stadt und wollen mithelfen, sie zu einem schöneren und gerechteren Ort zu machen.

Lost in Bethlehem
Mauer in Bethlehem

Lost in Bethlehem

Grafitti an der Mauer

Eigentlich liegt Bethlehem nur einige Kilometer südlich von Jerusalem, allerdings verläuft zwischen beiden Städten eine große Mauer, die nach den Selbstmordattentaten der 2. Intifada aufgebaut wurde. Für die Palästinenser liegt der Skandal nicht nur in der Mauer selbst und im erschwerten Grenzübergang, sondern auch in der einhergehenden Landenteignung. Ob die Mauer Attentate verhinderte, kann man so einfach natürlich nicht sagen, aber deren Anzahl ging nach dem Mauerbau stark zurück.

Den Checkpoint Richtung Palästina konnten wir noch unkontrolliert passieren und trafen auf der gegenüberliegenden Seite unseren einheimischen Guide. Gemeinsam besuchten wir Teile der Mauer; u.a. Stellen mit Plakaten, die erzählen, wie die Mauer von Arbeit, Freunden und Familie trennt. Ein interessante Info war, dass die Mauer auf israelischer Seite weiß verputzt wurde, damit sie angenehmer erscheint; von palästinensischer Seite aus sahen wir den tristen Beton, voller Grafittis.

Im Stadtteil Daheishe wohnen seit dem Unabhängigkeitskrieg 1948 arabische Flüchtlinge, die wir besuchen wollten. Eine ältere Dame lud uns in ihr Haus ein und bewirtete uns liebevoll mit Tee. Leider mussten wir aber auch feststellen, dass auch auf palästinensischer Seite die Sicht oft vereinfacht dargestellt wird, und beidseitig Vorurteile und historische Vereinfachungen existieren. Trotzdem ist es natürlich ein Skandal, dass nach über 60 Jahren immer noch Flüchtlinge dort wohnen - im übertragenen Sinne haben sie in Bethelehem zwar einen "Stall" zum Leben gefunden haben, aber eine echte Herberge, die ihnen auch Freude und Bewegungsfreiheit geben würde, haben sie nicht.

Einen bunten Kontrast bot danach der Spaziergangs durch das Ortszentrum Bethlehems. Die Märkte quellen über und sind lebendig, und die Verkäufer trotzdem gleichzeitig entspannter als in Jerusalem. Nach einigen Einkäufen betraten wir die Geburtskirche; sie ist prunkvoll geschmückt, und uns fiel wieder auf, was Ken im "Garden Tomb" so schön ausgedrückt hatte, nämlich dass der geographisch korrekte Ort nicht so entscheidend ist wie die Herzenshaltung. In diesem Sinne kürzten wir in der Kirche ab und pausierten noch ein wenig länger auf den Märkten.

 

Christoph